Der Feingehalt gibt in Tausendsteln an, wie viel reines Gold oder Silber in einer Legierung steckt. 999,9 bedeutet 99,99 Prozent Edelmetall.
So lesen Sie den Feingehalt
Der Feingehalt wird in Deutschland in Tausendsteln angegeben. Die Zahl 999,9 heißt: Von 1.000 Teilen sind 999,9 Teile reines Gold. Bei Anlageprodukten begegnen Ihnen vor allem diese Werte:
| Feingehalt | Anteil | Typische Produkte |
|---|---|---|
| 999,9 | 99,99 % | Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Britannia, die meisten Goldbarren |
| 999 | 99,9 % | Silbermünzen und Silberbarren |
| 995 | 99,5 % | Mindestwert für steuerfreie Goldbarren |
| 916,7 | 91,67 % (22 Karat) | Krügerrand, American Eagle, Britannia bis 2012 |
| 900 | 90 % | historische Goldmünzen, Mindestwert für Anlagegold-Münzen |
Die Grenzen 995 und 900 stammen aus § 25c UStG: Darunter verliert Gold die Umsatzsteuerbefreiung als Anlagegold.
Feingehaltsstempel in Deutschland
Anders als etwa im Vereinigten Königreich gibt es in Deutschland keine staatliche Pflichtpunzierung durch ein Prüfamt. Das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren erlaubt, Gold und Silber in jedem Feingehalt zu verarbeiten, regelt aber, wie der Feingehalt angegeben werden darf. Wer ihn stempelt, nennt die Zahl der Tausendteile und kennzeichnet das Geschäft, das die Angabe macht. Auf goldenen Geräten darf der Feingehalt nur ab 585, auf silbernen ab 800 Tausendteilen angegeben werden; Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden. Deshalb finden Sie in Deutschland auch Schmuck mit dem Stempel 333.
Für Anleger heißt das: Die Verantwortung für die Angabe liegt beim Hersteller und Händler. Barren namhafter Scheideanstalten tragen Feingehalt, Gewicht, Herstellerzeichen und meist eine Seriennummer. Münzen staatlicher Prägestätten tragen den Feingehalt oft direkt auf der Münze.
Rechenbeispiel
Ein 50-g-Barren mit 999,9 enthält 49,995 g Feingold. Ein alter Goldschmuck von 50 g mit Stempel 585 enthält 29,25 g. Beim Verkauf von Altgold wird nur dieser Feinanteil bezahlt, abzüglich Scheidekosten. Mehr dazu unter Altgold und Münzen zu Geld machen.
Feingehalt prüfen und vergleichen
Ein höherer Feingehalt bedeutet nicht automatisch mehr Gold pro Münze: Ein Krügerrand mit 916,7 enthält dieselbe Feinunze wie ein Philharmoniker mit 999,9. Entscheidend ist das Feingewicht. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Angaben nicht stimmen, hilft der Leitfaden gefälschte Münzen und Barren entlarven. Wie Feingehalt und Karat zusammenhängen, steht im eigenen Eintrag. Barren mit 999,9 vergleichen Sie direkt in der Übersicht aller Goldbarren.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was bedeutet 999,9 auf einem Goldbarren?
Die Angabe 999,9 bedeutet, dass der Barren zu 99,99 Prozent aus reinem Gold besteht.
Ist 585er Gold Anlagegold?
Nein, 585er Gold entspricht 14 Karat und liegt unter den Mindestwerten von 995 für Barren und 900 für Münzen, die für steuerfreies Anlagegold gelten.
Muss Gold in Deutschland gestempelt sein?
Eine Stempelpflicht gibt es nicht, wer den Feingehalt angibt, muss sich aber an die Vorgaben des Feingehaltsgesetzes halten.